Vom 19.-21.Juni 2009 kamen in Karlsruhe französische und deutsche Fans und Polizisten zusammen, um in verschiedenen Arbeitsgruppen mögliche Wege zu erarbeiten, die einen respektvolleren Umgang miteinander sowie ein entspannteres Erleben des Spieltags für alle Beteiligten ermöglichen sollen. Hier ist ein erster Überblick über die Eindrücke der ASC-Vertreter.

Aus beiden Ländern waren sowohl Fanvertreter als auch erstaunlich viele hochrangige Polizeibeamte vor Ort, unter anderem von der Bundespolizei, der ZIS oder auch den Länderdirektionen. Bereits durch die personelle Besetzung wurde deutlich, dass an diesem Wochenende ein echter Dialog gesucht werden sollte, der alternative Vorgehens- und Verhaltensweisen zur Verbesserung der derzeitigen Situation aufzeigt.

Dies war auch der wesentliche Grund dafür, den Termin trotz der aktuellen vereinsinternen Probleme wahrzunehmen. Denn auch nach der JHV wird es im Fußballalltag Situationen geben, in denen die an diesem Wochenende entwickelten Strategien und Forderungen unseren Mitgliedern und allen (Arminia-) Fans den Besuch der Spiele erleichtern und angenehmer gestalten. Angefangen beim Toilettenbesuch im Auswärtsbahnhof über mehr und unkompliziert erlaubte Fanutensilien bis hin zum (Erklären von) willkürlich erscheinendem Vorgehen der Polizei wollte der ASC die Möglichkeit nicht ungenutzt lassen, die Mitgliederinteressen auch in dieser wichtigen Zukunftswerkstatt zu vertreten.

Nachdem am Freitag sowohl Fans als auch Polizisten ihre Einschätzung der Hauptursachen vorgetragen hatten, wurde zum Einen klar, dass die Kritikpunkte sich sehr ähneln, zum Anderen aber auch, dass Frankreich in der Umsetzung kommunikativer und differenzierend regulierender Strategien vor bedeutend weitreichenderen und schwierigeren Reformen steht.

Da die unterschiedlichen Ausgangspositionen keine Ausarbeitung länderübergreifender Ziele sinnvoll erscheinen lies, wurde die eigentliche Auseinandersetzung mit Problemen, Ideen, Zielen und Forderungen in zwei deutschen und einer französischen Zukunftswerkstatt geführt.

Besonders erstaunlich war hierbei, wie schnell sich im Laufe des Samstags Einschätzung und Ansprache des Gegenübers veränderte. War zu Beginn sehr deutlich die übliche Rollenverteilung zu spüren, sprachen aus den Äußerungen wenige Stunden später Respekt und ein Betrachten auf Augenhöhe.

Nicht nur die persönliche Erkenntnis, dass ein konstruktiver Dialog ehrlich gewünscht und geführt werden konnte, Verständnis für die Fanseite aufgebracht wurde und auch Fehler offen eingestanden wurden war entscheidend für die positive Resonanz am Ende des Workshops. Besonders die gemeinsam gefundenen Zielformulierungen mit konkreten Forderungen und Konzepten geben berechtigten Anlass zu hoffen, dass dem guten Beginn weitere Maßnahmen auch im (Bundesliga-) Alltag folgen werden.

Defensivere Polizeitaktiken wurden ebenso auf die Maßnahmenliste gesetzt wie verstärkte Selbstverantwortung und Selbstregulierung der Fanblöcke – wodurch das Eingreifen der Polizeikräfte nach Möglichkeit gar nicht mehr notwendig wird.

Einige veröffentlichte Presseberichte sind bereits im Internet verfügbar, aus Zeitgründen (die JHV hat zunächst oberste Priorität) können wir die Ergebnisse im Einzelnen leider erst am Mittwoch vorstellen.

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