Arminia Supporters Club

EINER FÜR ALLE! ALLE FÜR DICH!


Heute entscheidende Sitzung der DFL

Der DFL liegen fĂŒr heute 3 wichtige und zukunftsweisende AntrĂ€ge verschiedener Vereine vor, sodass die Entscheidungen dieser Sitzung die grundsĂ€tzliche Richtung fĂŒr den deutschen Vereinsfußball wesentlich beeinflussen werden.

Am meisten diskutiert wurde in den letzten Wochen und Monaten der Antrag von Hannover 96 und Martin Kind, die 50+1- Regel aus den Lizenzbedingungen streichen zu lassen, ein von ihm entwickeltes Konsensmodell fand in der vorigen DFL- Versammlung keine ausreichende Zustimmung. Nach wie vor steht auch seine Drohung im Raum, notfalls eine gerichtliche KlĂ€rung anzustrengen, sollten innerhalb der Liga keine fĂŒr ihn ausreichenden FreirĂ€ume zum Anteilsverkauf eingerĂ€umt werden.
Dabei handelt es sich immer um Anteilsmehrheiten – bis zu 49 % der Anteile dĂŒrfen auch nach bestehendem Lizenzrecht verĂ€ußert werden. Somit entscheidet sich heute, ob Vereine nach wie vor selbstbestimmt gefĂŒhrt werden mĂŒssen oder ob auch außenstehende Dritte die Entscheidungsgewalt innehaben dĂŒrfen.

Dass ein komplettes Streichen ebenso wie eine generelle Auflockerung fĂŒr die Fanbasis keine erstrebenswerten Maßnahmen darstellen, haben die deutschlandweit anhaltenden Mitglieder- und Fanproteste der letzten Monate deutlich gezeigt. Der ASC hat sowohl eigene Aktionen durchgefĂŒhrt als auch verschiedene Aktionen von Unsere Kurve unterstĂŒtzt, darunter die Postkarten- sowie die Unterschriftenaktionen. Dabei sind ĂŒber 60.000 Unterschriften zusammengekommen, welche heute vor der Sitzung von einer UK- Delegation in Frankfurt an DFL- Vertreter ĂŒberreicht werden. Wir möchten hiermit noch mal ein deutliches Zeichen setzen und zu verantwortungsbewusstem Umgang mit dem Stimmrecht aufrufen.

Über diese Aktionen hinaus wurde auch von der Bielefelder Fanszene durch Banner, SpruchbĂ€nder und eigene Artikel zum Erhalt von 50+1 aufgerufen. Dies verdeutlicht umso mehr, wie wichtig diese Regel fĂŒr Fußballfans ist und wie kritisch sich die Fanbasis mit den richtungsweisenden Entscheidungen fĂŒr die Zukunft ihres Vereins und ihres Sports auseinandersetzen.

Einen Ansatz zur „Vertagung“ dieser Entscheidung hat der FSV Frankfurt mit seinem Antrag auf Einsetzung einer Kommission zur gemeinsamen Entwicklung eines Konsensmodells eingereicht. Sollte also der Antrag von Hannover 96 abgelehnt und derjenige vom FSV angenommen werden, so besteht in den kommenden Monaten die Möglichkeit, einen Vorschlag zur Auflockerung der 50+1- Regel zu entwickeln, ĂŒber den eine kĂŒnftige DFL- Sitzung zu entscheiden hĂ€tte.
Diese Variante wĂŒrde eine VerĂ€nderung von 50+1 wahrscheinlicher machen, jedoch noch keine Festlegung bedeuten. Zugleich wĂ€re eine Klageeinreichung durch Martin Kind im Zeitraum der Kompromissentwicklung verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig unwahrscheinlich.
Vorteil dieser Lösung wĂ€re folglich ganz klar der Zeitgewinn und die potentiell mögliche Anhörung/ Einflussnahme durch Fanvertreter, Nachteil die wahrscheinlicher werdende Änderung von 50+1 ohne die Sicherung einer langfristigen Rechtssicherheit. Selbst im Falle einer Kompromisslösung schließt diese nicht aus, dass in ein, zwei oder fĂŒnf Jahren ein anderer Verein mit dieser internen Regelung unzufrieden ist und seinerseits eine Klage anstrengt.
Dass frĂŒher oder spĂ€ter der Klageweg genutzt wird, scheint nach derzeitigem Stand nicht zu vermeiden. Somit könnte auch die DFL von einer frĂŒhzeitigen KlĂ€rung profitieren und sich zukĂŒnftige Debatten in dieser Frage erleichtern. Schließlich wird auch auf Europaebene davon ausgegangen, dass 50+1 unter die „Besonderheiten des Sports“ fallen dĂŒrfte und somit vor europĂ€ischen Gerichten Bestand behalten dĂŒrfte.

Der dritte wichtige Antrag wurde von Schalke 04 eingereicht und enthĂ€lt im Kern das europĂ€ische „Financial FairPlay“. Diese fĂŒr die europĂ€ische Lizenzierung vorgesehene Regelung besagt, dass ein Verein nur einen festgeschriebenen Anteil derjenigen Gelder zur Kader-/ Etatfinanzierung nutzen darf, die er selbst ohne Schuldenaufbau erwirtschaften kann. Dies wĂŒrde zusichern, dass das fĂŒr die Kaderfinanzierung ausgeschlossene Geld in nachhaltige Projekte wie Stadionausbau, Jugendförderung oder soziale Projekte fließen kann. Somit wĂŒrde bei Annahme dieses Antrags das fĂŒr Europa geplante, nachhaltige Wirtschaften bereits frĂŒhzeitig in Deutschland umgesetzt werden mĂŒssen und die Vereine fĂŒr die europĂ€ische Lizenz keine weiteren Umstellungen vornehmen mĂŒssen.

Über die Ergebnisse der heutigen DFL- Sitzung werden wir an dieser Stelle frĂŒhestmöglich informieren.