Perspektive Ehrenamt

In der vergangenen Woche organisierte die Perspektive Ehrenamt, ein gemeinsames Projekt von Studierenden der FH Bielefeld und der Evangelischen Stiftung Ummeln, den ersten Markt der Möglichkeiten in den RĂ€umen der Stiftung. Ziel des Projektes ist es, Menschen mit Behinderung den Einstieg in ehrenamtliches Engagement zu ermöglichen und sie dabei so zu unterstĂŒtzen, dass sie ihr eigenes Anliegen „AusĂŒbung eines Ehrenamtes“ realisieren können.

Integration funktioniert heute noch weitgehend ĂŒber Angebote, die fĂŒr Behinderte geschaffen werden und sie an Veranstaltungen, AktivitĂ€ten und dem öffentlichen Leben im Allgemeinen so uneingeschrĂ€nkt wie möglich teilnehmen lassen. Dabei ist es unsinnig, Behinderte in erster Linie als HilfeempfĂ€nger oder hilfebedĂŒrftig anzusehen – vielmehr können und wollen sie selbst ihre Arbeit und ihren Einsatz einbringen, um anderen zu helfen.
Diese Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement anzunehmen und auch in diesem Bereich Barrieren abzubauen hat im ASC bereits vor mehreren Jahren begonnen. Völlig selbstverstÀndlich arbeiten Behinderte wie Nicht- Behinderte in den verschiedenen Teams zusammen, weshalb die Anfrage der Perspektive Ehrenamt im ASC sehr willkommen war.

Der Abend selbst war in drei unterschiedlich gelagerte „Blöcke“ gegliedert: ZunĂ€chst wurde das Projekt sowohl den anwesenden Organisationen als auch den anwesenden Interessierten in zwei getrennten GesprĂ€chskreisen vorgestellt. Hier konnten Fragen zu Ablauf, Ansprechpartnern oder auch zu zeitlichen und terminlichen Möglichkeiten an Mitarbeiter im Projekt gestellt werden, diese wiederum konnten nachfragen, fĂŒr welche TĂ€tigkeiten ehrenamtliche Hilfe benötigt wird oder fĂŒr welche Art des ehrenamtlichen Einsatzes sich die Anwesenden interessieren.

Darauf folgte der eigentliche „Markt der Möglichkeiten“, bei dem sich jeder an den StĂ€nden der Organisationen informieren konnte, was genau sie machen, welche Bereiche durch ehrenamtliche Arbeit unterstĂŒtzt werden können und wie diese Arbeit in der Praxis aussieht. Der ASC- Stand war schnell belagert und es galt, viele Fragen zu beantworten. Dabei ging es nicht ein einziges Mal um Barrierefreiheit oder Integrationsschwierigkeiten, sondern ausschließlich um Aufgabenbeschreibungen, Nachfragen zur Zusammenarbeit der ASC- Teams oder auch mal um das „Hindernis“, dass der Interessierte langjĂ€hriger Schalkefan war und er deshalb eigentlich nicht so gern bei einem anderen Fußballverein mitarbeiten wĂŒrde.

Hier ging es also wirklich darum, die Interessen so zusammenzubringen, dass alle Beteiligten Spaß an einer Zusammenarbeit haben und letztendlich die Hilfe, die angeboten wird, einen Nutzen fĂŒr die Organisation und ihre Arbeit hat. Es wurden zahlreiche Kontakte geknĂŒpft, die nun in den kommenden Wochen weiter ausgebaut werden sollen. Dabei wird sich erst vor Ort zeigen, ob ein dauerhaftes Ehrenamt zustande kommt oder ob die Vorstellungen ĂŒber die Art der Arbeit und Aufgaben oder auch die Ziele, die Organisationen verfolgen und die derjenigen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, zu unterschiedlich sind.

Zum Abschluss wurden einige Interviews gefĂŒhrt und ein erstes Fazit gezogen, das wir im ASC als ausgesprochen positiv empfunden haben. Der Ansatz ist in jedem Fall zu begrĂŒĂŸen und der Zuspruch, den der Abend bekommen hat, zeigt, dass auch der Bedarf fĂŒr das Projekt Ehrenamt in Bielefeld vorhanden ist. Wir hoffen, dass es sich weiter gut entwickelt!

Diesen Beitrag teilen: