Arminia Supporters Club

EINER FÜR ALLE! ALLE FÜR DICH!


Sicherheitsdebatte in der nÀchsten Runde

Sowohl in der Fan-AG als auch in der bundesweit aktiven Interessengemeinschaft Unsere Kurve arbeiten wir als ASC direkt mit, die Positionen beider Mitteilungen teilen wir daher auch als ASC:

Pressemitteilung Unsere Kurve
Stellungnahme der Fan-AG

DarĂŒber hinaus erneuern wir die Kritik am Vorgehen des Ligaverbands, der wiederholt die Stellungnahme nur von Erst- und Zweitligisten einholt und damit den gesamten Fußball betreffende Maßnahmen lediglich von 36 Vereinen diskutieren lĂ€sst.

Bereits in der gemeinsamen Stellungnahme von Arminias PrĂ€sidium, GeschĂ€ftsfĂŒhrung und Fan-AG zur ersten Version des Papiers „Sicheres Stadionerlebnis“ war dieses Vorgehen begrĂŒndet kritisiert worden und auch in anderen nicht einbezogenen Vereinen auf Unmut gestoßen. Viele andere Kritikpunkte wurden bei der Überarbeitung berĂŒcksichtigt, erneut wird die neue Version nun aber nicht auf eine breite Basis gestellt sondern der Alleingang des Ligaverbandes fortgesetzt. Eine informelle oder einbeziehende BerĂŒcksichtigung des breiten Unterbaus der Profiligen findet nicht statt.

Dass die Entscheidung – genauer gesagt sogar schon das Einbringen des Maßnahmenkatalogs als „Diskussionsgrundlage“ – gravierende Auswirkungen auf den Umgang mit Fans in der dritten Liga hat, wurde bereits beim DSC-Spiel in OsnabrĂŒck deutlich. Trotz der massiven Kritik an den im Sicherheitspapier genannten „Vollkontrollen“ und dem Zweifel an deren VerhĂ€ltnis- und RechtmĂ€ĂŸigkeit wurde diese Maßnahme im Arminiablock bereits angewendet.

Allein das „zur Diskussion stellen“ durch die DFL, Vollkontrollen könnten als legitimes Mittel salonfĂ€hig werden, fĂŒhrten in MĂŒnchen zu Kontrollen, bei denen die Frankfurter Fanbetreuung  nicht zugegen sein durfte und in OsnabrĂŒck zu Inspektionen bis unter die Unterhose – ohne auch nur einen pyrotechnischen Gegenstand zu finden. Zudem haben die beiden vorigen Begegnungen in OsnabrĂŒck keine Vorkommnisse zu verzeichnen gehabt, die auf ein erhöhtes Pyrotechnikrisiko hingewiesen hĂ€tten – im Gegenteil war von allen Seiten ein normales Spiel erwartet worden, bei dem auch Schwenkfahnen im Block erlaubt wurden.

Wenn schon jetzt bei einer als normal eingestuften Gefahrenlage Vollkontrollen durchgefĂŒhrt und bisher selbstverstĂ€ndliche Grenzen des Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte fĂŒr den Einlass in die GĂ€steblöcke deutscher Stadien ĂŒberschritten werden, wird deutlich, welche Auswirkungen das Sicherheitspapier selbst vor der Abstimmung nach sich zieht.

Seit Jahren warnen Fanorganisationen vor einer weiteren Eskalation, inzwischen verzeichnen auch die Polizisten „eine gesteigerte AggressivitĂ€t sowie eine Solidarisierung gegenĂŒber den Ordnungsdiensten und den EinsatzkrĂ€ften der Polizei“. UnverhĂ€ltnismĂ€ĂŸige, demĂŒtigende und/oder unverstĂ€ndliche Maßnahmen, wie sie Vollkontrollen darstellen, tragen unserer Ansicht nach nicht zu Entspannung oder zunehmendem Vertrauen in einen verantwortungsbewussten Umgang mit der exekutiven Gewalt bei. Vielmehr sehen wir die große Gefahr, dass Solidarisierungseffekten und weiterer Radikalisierung der Boden bereitet wird.

Es ist dringend notwendig, einzelfallgerechte und nachvollziehbare Maßnahmen anzuwenden und das Sicherheitspapier so zu modifizieren, dass es eine mehrheitliche Akzeptanz auch in der breiten Fanbasis findet. Dass nun Fanvertreter ĂŒber die AG Fanbelange des DFB einbezogen werden und die Stellungnahmen der Klubs in die Überarbeitung einfließen, kann zumindest den entstehenden Schaden fĂŒr den Fußball und letztendlich alle Beteiligten begrenzen. Dabei ist jedoch die ĂŒberwiegende Mehrheit der Vereine nach wie vor aus der direkten Diskussion ausgeschlossen, selbst wenn die Maßnahmen weit mehr als nur die 36 Erst- und Zweitligisten betreffen werden.

Da es nach wie vor Bedarf an Überarbeitungen gibt, wird es in den kommenden Wochen zudem bundesweite Aktionsspieltage „ohne Stimme keine Stimmung“ geben, die sowohl Aufmerksam machen sollen als auch mehr Stadionbesuchern die Möglichkeit geben sollen, sich genauer zu informieren. In Bielefeld werden die Spieltage gegen Wacker Burghausen, in Aachen und gegen Dortmund II fĂŒr die Aktion genutzt. Fangruppen rund um Arminia haben InfostĂ€nde, Aufkleber, Flyer und Banner vorbereitet, im Stadion selbst wird ein bis Minute 12.12 (in Anlehnung an die Abstimmung am 12. Dezember) andauernder Stimmungsboykott verdeutlichen, wie die AtmosphĂ€re von aktiven und engagierten Fans profitiert.

Auch wir informieren an unseren StĂ€nden im Stadion, einen Überblick und weitere Hintergrundinfos sind zudem auf der Webseite  12doppelpunkt12 zu finden.