Spenderversammlung des Fanrechtefonds in Bielefeld

Verfolgt man die aktuellen Sicherheitsdebatten, bekommt man manchmal den Eindruck, dass Fußballfans fĂŒr den ein oder anderen Innenminister anscheinend nur potentielle Verbrecher sind.

TatsĂ€chlich sind aber auch Fans ganz normale BĂŒrger und haben entsprechend Rechte.

Der spendenfinanzierte Fanrechtefonds dient dem Zweck, genau diese Rechte juristisch gegenĂŒber den Veranstaltern von Fußballspielen sowie gegenĂŒber staatlichen Stellen zu wahren, durchzusetzen und zu stĂ€rken. Das gespendete Geld wird dabei eingesetzt, um Grundsatzurteile im Sinne der Fußballfans zu erwirken.

Es werden dabei ausschließlich FĂ€lle unterstĂŒtzt, in denen ohne triftigen Grund oder schuldhaftes Verhalten der betroffenen Fans Maßnahmen angewendet werden, die nach aktueller Gesetzeslage nicht zulĂ€ssig sind. Da einige Maßnahmen im Zusammenhang mit Fußballspielen auf einer reinen Verdachtsgrundlage aufbauen dĂŒrfen, ist die BeweisfĂŒhrung oftmals sehr schwierig. Grundsatzurteile sind daher umso wichtiger, damit fĂŒr jeden BĂŒrger die Rechtssicherheit auch beim Besuch von Fußballspielen erhöht werden kann.

Auf der Spenderversammlung gewÀhrte Wilko Zicht einen Einblick in die Arbeit der vergangenen zwei Jahre:

Offene FĂ€lle

Aktuell offen ist insbesondere noch die Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des Bundesgerichts vom 30.10.2009 (siehe auch hier). In diesem hatte der BGH entschieden, dass Stadionverbote auf Verdacht grundsĂ€tzlich zulĂ€ssig sind. In KĂŒrze veröffentlicht das Gericht eine Liste mit den Verfahren, die es 2013 zu entscheiden plant. Der Fanrechtefonds hofft, dass die eigene Verfassungsbeschwerde diesmal darunter sein wird.

Abgeschlossene FĂ€lle

Abgeschlossen werden konnten laut Wilko Zicht in den vergangenen Jahren folgende FĂ€lle:

Abgelehnte FĂ€lle

DarĂŒber hinaus wurden an den Fanrechtefonds mehrere FĂ€lle herangetragen, die der Kassenrat fĂŒr nicht geeignet befunden hat, als Musterfall die Rechte von Fußballfans verbessern zu können. AusdrĂŒcklich erwĂ€hnt seien dabei die folgenden zwei FĂ€lle:

Nach dem inhaltlichen Bericht stand auch noch die regulĂ€re Neuwahl des fĂŒnfköpfigen Kassenrates auf der Tagesordnung.

Aus dem bisherigen Kassenrat traten erneut zur Wahl Sig Zelt (Union Berlin), Wilko Zicht (Werder Bremen) und Sebastian Kraus (DSC Arminia Bielefeld, ASC) an. Erstmalig beworben hatten sich Lasse Gutsch (Hannover 96) und Christoph KĂŒgler (1. FC NĂŒrnberg).

In geheimer Abstimmung durch die anwesenden Spender wurden alle fĂŒnf Bewerber fĂŒr die kommenden zwei Jahre in den Kassenrat gewĂ€hlt.

Abschließend erfolgte der gemeinsame Aufruf an die anwesenden Spender, die Augen nach geeigneten FĂ€llen aufzuhalten und den Fanrechtefonds ĂŒber diese zu informieren. Parallel wird der Fanrechtefonds zukĂŒnftig wieder verstĂ€rkt selbst potentiell geeignete FĂ€lle suchen.

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