#BILDnotwelcome

Seit vielen Wochen, Monaten und Jahren engagieren sich Bundesligavereine fĂŒr Integration sowie Hilfe fĂŒr FlĂŒchtlinge. Sowohl in Deutschland als auch durch Spendenaktionen ins Ausland, Benefizspiele und Ă€hnliches. Dieses gute und wichtige Engagement ist absolut zu begrĂŒĂŸen. Ebenso wichtig ist es, immer wieder als gutes Vorbild voranzugehen. Die Bundesligen genießen hierbei das Privileg, eine sehr große öffentliche Strahlkraft zu besitzen, durch die ihre Aktionen eine große Reichweite entwickeln. Aus diesem Hintergrund ist es fĂŒr uns unverstĂ€ndlich, weshalb fĂŒr die an diesem Wochenende durchgefĂŒhrte Aktion mit BILD ein Partner hinzugezogen werden musste, der bisher nicht beteiligt war. Der zudem einen zweifelhaften Ruf genießt und oftmals mehr am Skandal als der Nachricht interessiert scheint.

Der FC St. Pauli hat daher auch folgerichtig den Anschluss an diese Aktion verweigert, woraufhin die BILD-Reaktion nochmals verdeutlichte, wie wenig das eigentliche Ziel interessiert oder verstanden wurde. Weitere Vereine haben sich dem Zweitligisten angeschlossen, was wir als ASC sehr begrĂŒĂŸen. Namentlich sind dies (bisher) Union Berlin, 1. FC NĂŒrnberg, VfL Bochum, SC Freiburg sowie der MSV Duisburg.

Alle Vereine werden auch in Zukunft ihr Engagement fortsetzen, insbesondere auch diejenigen, die sich jetzt nicht beteiligen. Sie benötigen hierfĂŒr keine zweifelhaften Partner noch irgendeine PR-Kampagne, sondern machen dies aus eigener Überzeugung. Als ASC sehen wir es als den richtigen Weg an, die eigenen Aktionen als eigene erkennbar zu halten. Die aktuelle Aktion wurde inzwischen von anderen instrumentalisiert, was leicht hĂ€tte vermieden werden können.

Als Mitglied der Interessengemeinschaft Unsere Kurve unterstĂŒtzen und teilen wir zudem die von Unsere Kurve veröffentlichte Stellungnahme:

Unsere Kurve fordert BILD-Verzicht aller Bundesliga-Vereine

Fußball ist die schönste Nebensache der Welt. Nicht nebensĂ€chlich, sondern das Thema der aktuellen Nachrichten, ist die FlĂŒchtlingswelle und die daraus folgenden Herausforderungen fĂŒr die europĂ€ische Union und die Gesellschaft in unserem Land. Die 36 Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga möchten am Wochenende mit einem „Refugees Welcome“ auf ihrem Trikot ein deutliches Zeichen gegen Fremdenhass und Diskriminierung setzen.

„Diese Aktion ist absolut zu begrĂŒĂŸen“, sagt Robert Pohl, Sprecher der IG Unsere Kurve. Weniger schön ist die Tatsache, dass die BILD-Zeitung als UnterstĂŒtzer dieser Aktion auftritt. Zum einen hat das Boulevard-Blatt in den letzten Wochen schlagzeilentrĂ€chtig mit seiner Berichterstattung das Thema vor allem fĂŒr Freunde des Populismus intensiv angefeuert, zum anderen stellt sich die Frage, welchen Sinn eine solche UnterstĂŒtzung fĂŒr den Fußball hat? Sind die Vereine der Bundesliga mit ihrer Strahlkraft und gesellschaftlichen Verantwortung nicht eigenstĂ€ndig in der Lage, diese tolle Aktion ohne Vereinnahmung und Vorgaben von VerbandsfunktionĂ€ren und Marketing-Experten durchzufĂŒhren? Weil es im MillionengeschĂ€ft des Fußballs untypisch ist, einfach aus dem Bauch heraus zu sagen, „Komm, wir machen das jetzt so, weil wir es richtig finden?“

Einzig der FC. St Pauli hat sofort erklĂ€rt, die Aktion zu boykottieren, weil man sich nicht vor den Karren einer Sache spannen lassen möchte, die man ohnehin seit Jahren eindrucksvoll, bestĂ€ndig und ohne werbetrĂ€chtige Absicht mit Überzeugung durchfĂŒhrt. Die Reaktion des Chefredakteurs Kai Dieckmann, der bei Twitter dem Hamburger Klub in diesem Zusammenhang andichten will, am Millerntor wĂ€ren keine FlĂŒchtlinge willkommen, setzt der ganzen Sache die Krone auf und verdeutlicht, wie BILD-Verantwortliche ticken.

„Der FC St. Pauli hat richtig reagiert, die RĂŒckmeldungen der Fans bestĂ€tigen diesen Schritt. Die erbĂ€rmliche Antwort des BILD-Chefredakteurs auf den Boykott der Kiezkicker lĂ€sst deshalb nur einen Schluss zu: Alle anderen 35 Proficlubs sind aufgerufen, sich dem Weg von St. Pauli anzuschließen und der BILD-Zeitung keine Plattform zu bieten, die ihr nicht zusteht“, fordert Robert Pohl fĂŒr die IG Unsere Kurve. „Die Vereine können jetzt unter Beweis stellen, dass ihnen die Meinungen der Fans wichtig sind und deren Interessen in der tĂ€glichen Arbeit eine wichtige Rolle einnehmen und berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen“, so Pohl weiter. Andernfalls wĂ€re liegt der Verdacht nahe, dass moralische Werte in der kommerzialisierten Welt des Fußballs, auch in Deutschland, an Bedeutung verloren haben.

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