Wie auch in 2020 muss der Arminia Supporters Club seine Weihnachtsfeier 2021 leider absagen. Was geschieht nun mit dem bereits bestellten Essen? Wir hatten eine gute Idee…

Im Spätherbst steigen die Zahlen an, am Horizont taucht eine neue Mutante namens Omikron auf. Es führt kein verantwortungsbewusster Weg mehr daran vorbei: Auch in 2021 muss der Arminia Supporters Club seine Weihnachtsfeier absagen. Natürlich ist das für alle traurig. Für Euch, die Ihr Euch auf das Highlight in der Adventszeit gefreut habt, für uns Aktive, die wir gerne mit Euch gefeiert hätten – aber auch für unseren langjährigen Caterer Sygusch, der uns auf den Weihnachtsfeiern stets mit leckerem Essen in hoher Qualität versorgt, in der vierten Corona-Welle nun wieder eine Absage nach der anderen bekam.

Spende statt Feier

Jessica Baerg, Leiterin des Event-Teams im ASC, bedauert die Situation des Caterers, der zudem sehr kulant mit unserer kurzfristigen Absage umging und uns keine Stornokosten in Rechnung stellte. Zusammen mit anderen Aktiven entsteht die Idee, den erteilten Catering-Auftrag für die Weihnachtsfeier in eine Spende umzuwandeln. In der Weihnachtszeit sollen bedürftige Menschen mit unserem „Weihnachtsfeier-Essen“ versorgt werden. Gesagt, getan. Jessica nimmt Kontakt zum Bielefelder Tisch e.V. auf. Der gemeinnützige Verein kümmert sich um bedürftige Menschen, versorgt sie mit Lebensmitteln und Bedarfsgütern und bietet zahlreiche Betreuungsmöglichkeiten an.

Der Bielefelder Tisch greift unser Angebot gern auf, denn gerade ist der Organisation ein anderer Spender für Heiligabend und Silvester abgesprungen. Auch der Caterer Sygusch ist begeistert und macht uns sogar einen Sonderpreis für die Aktion.

Den Bielefelder Tisch e.V. gibt es seit 1996. Erst nutzte die Hilfsorganisation Räumlichkeiten der Heilsarmee. Dann zog sie weiter in die Kavalleriestraße, dann in Räume der ehemaligen Rudolf-Rempel-Schule und im Jahre 2001 schließlich an die Heeper Straße. Etwa 50 Mitarbeitende sind für den Bielefelder Tisch tätig, vor allem ehrenamtliche Kräfte. Einige Helfer sind übers Arbeitsamt als 1€-Jobber dort tätig. Das Team ist engagiert und gut organisiert. Wichtig ist die Liebe zur Arbeit mit den Gästen, die nicht immer einfach ist. Und auch aus dem Kreis der Tischgäste sind Menschen für den Bielefelder Tisch tätig, Geben und Nehmen in seiner schönsten Form. So erfüllt die Organisation neben der Versorgung und Betreuung von Bedürftigen noch einen weiteren sozialen Zweck: Sie gibt Bedürftigen eine Aufgabe. Und das Gefühl, eine Aufgabe zu haben.

Der Bielefelder Tisch ist mit den Jahren gewachsen und hat sich ein Netzwerk aus Unterstützern aufgebaut: Supermärkte spenden Lebensmittel. Caterer geben Essenportionen. Auch aus Bethel kommt sehr viel Unterstützung. Hinzu kommen diverse Aktionen, etwa hat ein Sponsor die Räumlichkeiten komplett renovieren lassen. Dies alles ermöglicht eine grundsätzliche Philosophie des Bielefelder Tisches: Kein Geld von Tischgästen für die Mahlzeiten zu nehmen.

Hier sind wir richtig!

Grundsätzlich kann jeder Bürger, der einen Bielefeld-Pass besitzt und im entsprechenden Bezirk gemeldet ist, egal welchen Alters, welcher Nation oder Religionszugehörigkeit den Bielefelder Tisch besuchen und erhält eine warme Mahlzeit, mit Salat und Nachtisch. Die „Suppenküche“ hat von Montag bis Freitag geöffnet. Dreimal wöchentlich findet die Lebensmittelausgabe statt. Natürlich derzeit unter konsequenten Auflagen – auch der Bielefelder Tisch in von der Pandemie betroffen. Pro Öffnungstag werden etwa 200 bis 250 Mahlzeiten serviert, aktuell wie gesagt weniger. Bei der Lebensmittelausgabe gehen etwa 50 bis 100 Lebensmittelpakete heraus. Obst, Gemüse, Molkereiprodukte, Aufschnitt, Brot und Brötchen, manchmal auch Fleisch sind in einem Paket. So betreut der Bielefelder Tisch mindestens 1.000 Menschen pro Woche. Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen, da viele Gäste ihre Angehörigen mitversorgen.

Kinder von drei bis dreizehn Jahren, die mit ihren Eltern kommen, nehmen am Programm der „Löwengrube“ teil – hier gibt es viele Angebote, etwa Vorlesen oder Puppentheater, je nach dem, was sich im Netzwerk des Bielefelder Tisches mobilisieren lässt. Das gilt auch für andere Angebote, etwa Massagen für Gäste. Feste Angebote der Organisation sind die seelsorgerische Betreuung an jedem Öffnungstag und die wöchentliche medizinische Beratung.

Wir sind absolut begeistert von den vielen Angeboten, die hier Woche für Woche auf die Beine gestellt werden und merken schnell: Hier sind wir absolut richtig! Spontan spenden wir an Silvester auch noch 20 ausrangierte, gut erhaltene ASC-Winterjacken für die Kleiderkammer.

Ein voller Erfolg

An Heiligabend und Silvester gibt der Bielefelder Tisch am Ende jeweils 60 Mahlzeiten heraus, die der Arminia Supporters Club gespendet und unser Caterer Sygusch zubereitet hat. Die Teilung der Spende auf zwei Tage kam auch durch die reduzierte Besucherzahl zustande.

Gerade an den Feiertagen ist das Miteinander wichtig – entsprechend positiv haben die Tischgäste die Spende aufgenommen, zumal das Weihnachtsessen im Vorjahr pandemiebedingt abgesagt werden musste. Durch unsere Spende gab es ein reichhaltiges Menü mit Vorsuppe, Salat, Fingerfood, Hauptgang und Nachtisch für die Besucher.

Wir freuen uns sehr, dass wir in Zusammenarbeit mit unserem Caterer und dem Bielefelder Tisch vielen bedürftigen Menschen eine Freude machen konnten. So hat die abgesagte Weihnachtsfeier doch noch etwas Gutes!

Wir danken der Fleischerei & Catering Sygusch für die Zusammenarbeit. Und dem Bielefelder Tisch e.V. für alles, was er tut!

Bielefelder Tisch e.V. – Spendenkonto

IBAN: DE54 4805 0161 0027 2255 64

Sparkasse Bielefeld / BIC: SPBIDE3BXX