Aktionsspieltag und 4:1-Sieg

Im Vorfeld des Spiels hatten sich zahlreiche Fans engagiert und vier Informationsstände vorbereitet, die ab Stadionöffnung verschiedene fanrelevante Themen beleuchteten. Mit diesen sollte inhaltlich die Brücke geschlagen werden zwischen der Kampagne 12:12 aus dem Vorjahr hin zum bundesweiten Fankongress im Januar 2014, der von ProFans und Unsere Kurve organisiert wird. Die Finanzierung dieses Kongresses wird zudem durch den Erlös aus dem Schalverkauf unterstützt, der Gesamterlös wird nach dem Berlinspiel gespendet werden.

Am Spieltag selbst ging es an den Ständen zunächst um vier unterschiedliche Schwerpunktthemen:

„Sicherheit durch Repression?“
Bereits vor den Toren der Südtribüne konnten sich alle Fans über die neuen Stadionverbotsrichtlinien und die nach wie vor bestehende Problematik informieren, dass Stadionverbote ohne Schuldnachweis präventiv ausgesprochen werden, jedoch vor allem öffentlich und durch größeren Zeitbedarf auf dem juristischen Weg zunehmend als wirksame Strafmaßnahme kommuniziert werden. Das Prinzip „im Zweifel für den Angeklagten“ gilt zwar vor ordentlichen Gerichten auch für angeklagte Fußballfans, im Stadionverbotsverfahren kehrt sich dieses allerdings ins Gegenteil. Veranschaulicht wurde dieser Zusammenhang an einem großen Banner, auf dem die zeitliche Abfolge von Stadionverbots-, Ermittlungs- und Gerichtsverfahren dargestellt waren. Über die Zusammenhänge und einzelnen Abläufe wurde zusätzlich zur Möglichkeit der Nachfrage über einen Flyer informiert, den wir auch hier zum Downloadbereitstellen.

„Auswärts fahren – Im Gästeblock ist vieles anders“
Weiter ging es hinter den Einlasstoren mit dem Stand neben dem ASC-Pavillon, an dem Unsere Kurve, das neue Handbuch „Mein Verein – Perfekter Verein?“ sowie die Besonderheiten von Auswärtsfahrten vorgestellt wurden. Das Thema „Auswärts fahren“ wurde dabei mit vielen Bildern und Plakaten dargestellt, auf denen Situationen zu sehen waren, die typischerweise eher auswärts als zu Hause zu beobachten sind. Von Alkohol- und Schuhkontrollen über Fahrtorganisation bis hin zu Fanmaterialien gab es auf den Plakaten auch einige Hintergrundinfos direkt am Stand zum Nachlesen. Großes Interesse herrschte auch an den Bildern aus dem „eigenen“ Gästeblock in unserem Stadion sowie zu Informationen zu den Abläufen dort, da die meisten die Blöcke A1 und A2 bisher nur vom Blick über das Spielfeld oder von Stadionführungen kennen. Den Flyer zu Auswärtsfahrten stellen wir ebenfalls hier zum Download bereit, inhaltlich richtet er sich vor allem an bisher wenig auswärts-fahrende Fans.
Zudem wurde das während des Europaprojektes erstellte Handbuch der IG Unsere Kurve vorgestellt, in dem Vereinsstrukturen, Hinweise zu sinnvollen Satzungsinhalten und Vereinsarbeit ausführlich beleuchtet werden. Dieses wird auch weiterhin im ASC-Stand zum Mitnehmen bereitliegen, außerdem steht es hier als pdf-Datei zur Verfügung.

„Freiheiten für Fußballfans: Ein Privileg?“
Unter der Südtribüne war dann ein weiterer Stand aufgebaut, an dem kritisch hinterfragt wurde, wieweit die Freiheiten für Fußballfans inzwischen eingeschränkt sind. Von zweifelhafter Einschränkung der Meinungsfreiheit über Zaunfahnenplätze bis hin zu bezahlbaren Eintrittskarten wurden hier viele Probleme aufgegriffen, die im Fanalltag inzwischen als Privilegien gelten, sofern sie (noch) fanfreundlich gestaltet werden. Dass jeder Einschnitt die Gestaltungsmöglichkeiten und kreativen Kräfte in den Fankurven beeinträchtigt, zu einer Entfremdung zwischen Vereinen, Verbänden und Fans beiträgt und nicht zuletzt die gegenseitige Wertschätzung vermindert, wird angesichts der gesetzten Prioritäten deutlich. Werbebanden verdrängen die selbstgestalteten Zaunfahnen, Klatschpappen übertönen die Gesänge. Wenn Vereine bei Entscheidungen Rücksicht auf die Interessen der eigenen Anhänger nehmen, wird dies mitunter als außerordentliches Entgegenkommen statt einer Selbstverständlichkeit innerhalb der „eigenen Familie“ dargestellt. Die Freiheiten als wichtigen Bestandteil des Fußballs und gemeinsames Interesse von Vereinen und Fans aufzufassen, als Chance für ein konstruktives Miteinander, das sich gegenseitig unterstützt statt einschränkt, wäre ein wünschenswertes Ziel für die weitere Entwicklung. Auch den Flyer zu diesem Stand stellen wir Euch hier zum Nachlesen zum Download.

„Wem gehört der Fußball?“
Unter diesem Motto widmete sich der vierte Stand (auch mit seinem Flyer) dem Thema Spieltagszeiten und bezog deutlich Stellung zu aktuellen Problemen der Zweitligisten. Die durch überdimensionierte Uhren am Stand dargestellten zersplitterten Anstoßzeiten in der zweiten Liga machen nicht nur Arminias Fans zu schaffen und liegen sicherlich nicht im Interesse der tausenden Stadionbesucher, sondern vielmehr in einem TV-kompatiblen Bedienen kommerzieller Interessen. Möglichst viel Werbung, möglichst viel Sensation muss untergebracht werden, um das Produkt Fußball optimal zu vermarkten. Auf der Strecke bleiben diejenigen, die ihn erst zu dem für Medien interessanten gesellschaftlichen Ereignis gemacht haben, die Fans selbst. Sie haben am wenigsten Einflussmöglichkeiten und auf ihre Interessen wird am wenigsten Rücksicht genommen, stigmatisiert von der Öffentlichkeit als störendes Element wird immer mehr verkannt, welche Rolle sie im Gesamtsystem spielen und was ohne sie fehlen würde. 12:12 hat eindrucksvoll gezeigt, wohin ein Verdrängen der Fankultur führen würde. Mit dem Fankongress im Januar wird nun erneut die Frage in den Raum gestellt, wie Probleme besser gelöst und Fans stärker einbezogen werden können.

Schwarz-Weiß-Blauer Jubel zum Jahresende
Das Spiel gestaltete sich im Anschluss an die gelungenen Fanaktionen ebenso erfolgreich: Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit kam Arminias Hartnäckigkeit und Laufbereitschaft immer mehr zum Tragen und vermochte die individuell stärker aufgestellte Spielvereinigung in die Knie zu zwingen.  Ein gelungenes DSC-Jahr fand dann einen würdigen Abschluss, mit dem Dank der Mannschaft an die treu unterstützenden Fans sowie der Humba, die hier auch im Video nochmals zu sehen ist.

Auch wir bedanken uns bei allen Arminen für ein geordnetes, positives Jahr 2013, in dem akribisch für eine bessere Zukunft gearbeitet werden konnte und einige Schritte in die richtige Richtung getan werden konnten. Weder die Aufstiegsfeier noch die unglaublich kämpfende Mannschaft hätten wir vor drei Jahren für realistisch gehalten, umso befreiender ist der Rückblick auf das nun zu Ende gehende Jahr. Lasst uns in Berlin noch einmal gemeinsam feiern und den Schwung über die Feiertage mitnehmen in ein hoffentlich ebenso gutes Jahr 2014!

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