Legendenschnack im MAFA am 27.05.2026

Am Mittwochabend lud der ASC zum 5. Legendenschnack ins MAFA ein. Die Gastgeber Jörg und Jörg konnten die Ex-Arminen Manfred „Turbo“ Lonnemann und Andreas „Gollo“ Golombek für einen „Schnack“ gewinnen, was offensichtlich auch bei den Fans gut ankam, denn die Veranstaltung war wirklich gut besucht.

Wie immer wurde zuallererst der Start ins jeweilige Fußballler-leben beleuchtet. Während Manni seine Laufbahn in Meppen begann (SV Union Meppen, NICHT SV Meppen) und dort bis in die erste Herrenmannschaft blieb, bevor er über den VFL Herzlake und Eintracht Nordhorn 1988 zu unserer Arminia kam, war dieser Schritt für „Gollo“ bereits in der B-Jugend beim TSV Amshausen eigentlich überfällig.

Denn die Talentscouts von Arminia Bielefeld riefen laut eigener Aussage bereits seit der F-Jugend in schöner Regelmäßigkeit an und versuchten ihn zu einem Wechsel auf die Alm zu bewegen. Seine Loyalität seinen Freunden gegenüber stand diesem Schritt aber immer entgegen, bis seine Mutter endlich ein Machtwort sprach und ihm klarmachte, dass er – sollte er eine Fußballer-Karriere anstreben – dies nicht mit Amshausen erreichen würde. Hinzu kam die (späte) Erkenntnis, dass man ihm tatsächlich Geld bezahlen wollte um Fußball zu spielen, was sicherlich dann auch nicht unbedingt gegen diesen Schritt sprach.

In der Jugend von Arminia angekommen, zeigte „Gollo“ auch gleich mal sein Können. In den ersten 9 Spielen schoss er 8 Tore und so kam es, dass der Wechsel in die Profi-Mannschaft nicht allzu lang auf sich warten ließ. Nachdem der Kader der Profis bei einem Spiel gegen Saarbrücken mit Amateuren aufgestockt werden musste (und trotzdem zum Spiel nur 10 Mann angetreten sind) wurde „Gollo“ danach weiterhin zum Training der Profis eingeladen und war fortan mit seinen jungen 17 Jahren Teil des Teams. Vor seinem ersten Spiel konnte er übrigens gar nicht gut schlafen…zu sehr war er mit der Frage nach dem perfekten Jubel als Profi beschäftigt! Manni’s Wechsel nach Bielefeld haben wir Ernst Middendorp zu verdanken, welcher ihn bereits aus Nordhorn kannte und ihn dann im Alter von 25 Jahren nach Bielefeld lotste.

Manni berichtete, dass das Team von Anfang an harmoniert habe, obwohl – oder vielleicht gerade weil nach dem Abstieg 1988 das Team komplett neu zusammen-gewürfelt wurde, mit vielen neuen und recht unbekannten Gesichtern. Und auch „Gollo“ spricht von dieser Zeit mit einem Grinsen im Gesicht und berichtet von Biergartenbesuchen nach dem Training, von den wöchentlichen Besuchen in der „Kulisse“ und überhaupt vielen persönlichen und unglaublich unterhaltsamen Rückblicken…aber hierzu später mehr.

Erst einmal schauen wir auf die sportliche Lage in diesen Jahren: Arminia befand sich in der Oberliga Westfalen und verpasste in jedem Jahr den Aufstieg nur knapp. Besonders im zweiten Jahr der Ligazugehörigkeit war der Nicht-Aufstieg dramatisch, da die Mannschaft bis zum letzten Spieltag auf dem 1. Platz lag und dann in Rheine unglücklich mit 2:1 verlor, wo selbst ein Unentschieden für den Aufstieg gereicht hätte. „Gollo“ verriet uns, dass dies das erste und einzige Spiel war, nach welchem
Tränen geflossen sind.

Er blieb anschließend ein weiteres Jahr bei den Ostwestfalen, bevor er weiterzog um u.a. beim SC Freiburg, VFL Osnabrück, SC Verl, Wattenscheid 09, Fortuna Düsseldorf, KFC Uerdingen und 1.FC Magdeburg seine lange Fußballerkarriere fortzusetzen. Auch danach blieb er dem Fußball treu und arbeitete 11 weitere Jahre als Trainer. Dies könnte er sich auch weiterhin gut vorstellen, wenn auch nur im Umkreis seiner Heimat Bielefeld. Denn wie wir alle wissen: Einmal Armine, immer Armine!

Manni Lonnemann musste seine Karriere hingegen nach einem Kreuzbandriss bereits 1992 verletzungsbedingt beenden. Da halfen ihm auch die „zwei Lungen“ nicht, die „Gollo“ ihm im Laufe des Abends mehrfach bescheinigte. Auch er machte den Trainerschein und war anschließend u.a. Co-Trainer beim FC Gütersloh, wechselte später jedoch in seinen erlernten Beruf bei Gestamp.

Es war ein sehr informativer und unterhaltsamer Abend. Gelebt hat er aber besonders durch die kleinen Anekdoten, die immer wieder mal einflossen und die wir euch selbstverständlich nicht
vorenthalten möchten:

So wurde zum Beispiel von einer 3-stündigen Besprechung in einem Hotel im Teutoburger Wald berichtet, in dem Ernst Middendorp redete, redete und noch mehr redete. Nach Aussage unserer Legenden hatte mehr als ein Spieler Mühe wach zu bleiben, an den Inhalt des Vortrages erinnern konnte sich am nächsten Tag jedoch kaum noch einer.

Oft betont wurde auch die Einschätzung, dass früher alles „einfacher“ war. Man konnte (mehr oder weniger) machen was man wollte, ohne dass es am nächsten Tag in der Zeitung zu finden war. Das war wahrscheinlich ein besonderes Glück für „Gollo“, der ein ziemlicher Hitzkopf gewesen zu sein schien. So erzählte er von Zoff mit dem Trainer während des Trainings, wo er Nase an Nase mit Middendorp stand und „Nettigkeiten“ austauschte. Er war anschließend der festen Überzeugung,
danach nicht mehr aufgestellt zu werden. Genau das Gegenteil war aber der Fall. Er spielte in der Startelf und ist, laut eigener Aussage, noch nie so gerannt wie in diesem Spiel!

Auch von seiner WM-Teilnahme berichtete „Gollo“ mit Stolz, auch wenn es „nur“ die Bundeswehr-WM war. Nichtsdestotrotz trug er den Adler, die Nummer 10 auf dem Rücken und die Kapitänsbinde, was außer ihm nur einer in dieser Kombination geschafft hat: Lothar Matthäus! Zugegebenermaßen ein leicht hinkender Vergleich. 😉

Wahrscheinlich hätte dieser Abend noch stundenlang weitergehen können und die Geschichten wären den beiden nicht ausgegangen. Aber die Getränke wurden warm, die Brötchen warteten und so schloss Jörg F. den offiziellen Teil des Abends mit einer Spendenübergabe des ASC an das MAFA und einem riesengroßen Dankeschön an die beiden Gäste! Es war uns ein absolutes Vergnügen!

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