Kategorie: 2011

  • Antworten zur Stadionausgliederung

    Am gestrigen Mittwoch erreichten uns die überarbeiteten Antworten des Präsidiums auf die von uns im Januar gestellten Fragen. Diese stellen wir wie angekündigt hier für alle Mitglieder bereit.

    Da sich viele der Antworten auf diejenigen beziehen, die wir am 07. Februar erhalten haben, sind auch diese im Dokument enthalten, jeweils in der Reihenfolge Frage – Antwort vom 7.2. (kursiv) – Antwort vom 2.3. (nicht kursiv).

    Fragen und Antworten zur Stadionausgliederung

    Hintergrund dieses Fragen- und Antwortenkataloges ist jener, dass im ASC schon seit Dezember 2010 relevante Fragen zur Stadionausgliederung offen waren. Im Anschluss an den Mitglieder- Infoabend am 15.12.2010 hatten wir daher um ein Interview für den Supporter gebeten, in dem diese Fragen thematisiert werden sollten. Nachdem absehbar wurde, dass diese Form der Beantwortung für eine Informationsweitergabe an alle Mitglieder noch vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 13. Januar nicht mehr in Frage kommen würde, baten wir Anfang Januar um ein Gespräch mit dem Präsidium, welches am 7. Januar stattfand. Aus diesem gingen wir schließlich mit der Bitte um Vertagung der Ausgliederungsentscheidung sowie der Vereinbarung heraus, alle uns relevant erscheinenden Fragen schriftlich einzureichen.

    Die Beantwortung aller eingereichten Fragen wurde im von uns erbetenen Zeitraum realisiert. Aufgrund einiger Antworten baten wir direkt nach Eingang der Antworten erneut um ein Gespräch mit dem Präsidium, das wegen der momentan extremen Sitzungsdichte frühestens am 17. Februar stattfinden konnte. Mündlich konnten an diesem Abend bereits einige Antworten mit aktuellem Stand gegeben werden. Damit jedoch auch diese Informationen an alle Mitglieder weitergegeben werden können, wurde die zeitnahe Überarbeitung aller Antworten durch das Präsidium vereinbart. Die nun aktuellen Antworten haben uns am gestrigen Abend erreicht, sodass wir sie heute online stellen können.

    Da nicht auszuschließen ist, dass sich weitere Veränderungen ergeben, werden wir vor der nächsten Mitgliederversammlung alle Fragen erneut mit der Bitte um aktualisierte Antworten einreichen. Gegebenenfalls werden wir weitere Fragen ergänzen, wenn dies sinnvoll erscheint.

    Sofern Ihr Fragen habt, die Ihr gerne ergänzen würdet, könnt Ihr diese jederzeit an fans@arminia-supporters.de schicken. Wir werden diese sammeln und entsprechend weiterreichen.

  • „Unsere Arminia“

    Arminia hat in den letzten Jahren viel verloren. Damit meinen wir nicht „einfach“ nur die Spiele, den Abstiegskampf oder Punkte. Vielmehr geht es dabei auch um grundlegendere eigene Werte, die Identifikation, Vertrauen, Authentizität und positive Emotionen für uns Fans und Mitglieder ermöglichen und die uns alle mit Arminia auf besondere Art und Weise verbinden.

    Wenn nun ein Neuaufbau stattfindet, sollte dieser die Verbindung zur Basis wieder verbessern, wofür im DSC das „Leitbild Arminia“ als Grundlage herangezogen werden soll. Je mehr Fanideen und Fanwünsche in dieses einfließen, desto besser kann die Grundlage für die Zukunft ausgerichtet werden. Selbstverständlich werden im DSC bereits  Inhalte hierfür gesammelt – zwei der Blog 5– Autoren eröffnen unabhängig hiervon mit ihrer neuen Internetseite einen weiteren Ideenpool, der einen wichtigen Beitrag leisten kann und die Ideensammlung auf eine noch breitere Basis stellt.

    Die Webseite www.unsere-arminia.de ist für alle zugänglich, jeder kann seine Ideen, Meinungen und Wünsche dort öffentlich machen und alle eingegangenen Beiträge werden zum Saisonende dem DSC übergeben, wo sie in die Arbeit von Gremien und Arbeitsgruppen einfließen sollen.

    Wir finden diesen offen zugänglichen Ansatz äußerst gelungen und rufen alle Fans auf, sich an dieser Ideensammlung zu beteiligen!

  • HSV- Museum eröffnet neue Sonderausstellung

    „Wir stehen Schlange vor dem Stadion – Die Geschichte der HSV-Fans“ lautet der Titel der Sonderausstellung die im HSV-Museum eröffnet wurde. Die Ausstellung ist so umfangreich, dass sie sich durch das ganze Museum zieht.

    Von der Kaiserzeit bis heute werden die Entwicklung und die vielen Facetten der Fanszene beleuchtet. So kann der Besucher selbst auf einer Fantribüne im nachgebauten Stadion stehen und die Atmosphäre selbst erleben. Videostationen zeigen Dokumentationen und Interviews mit Fans von den Zwanziger Jahren bis heute und auch die vielen weltweit organisierten Fanclubs werden vorgestellt. Doch auch Themen wie Gewaltproblematik und das soziale Engagement von Fans werden dokumentiert. Die Ausstellung läuft bis Frühjahr nächsten Jahres.

    Ob Fotos, Fanzines oder Fanclubaufnäher: Die neue Sonderausstellung über und von Fans lässt die Geschichte der HSV-Fans lebendig werden. Ein Muss! für alle Fußballfans. Eines der Highlights ist sicher die nachgebaute Fantribüne mit Stehplätzen und einem Video zur Stimmung auf der Nordtribüne.

    Für Fans von Vereinen, die bei „Unsere Kurve“ Mitglied sind, bieten wir besondere Konditionen an. Bitte wendet Euch an das HSV-Museum. 
    Für Fragen steht das Museums-Team täglich unter der Rufnummer 040/4155-1550 sowie per E-Mail (Museum@hsv.de) gerne zur Verfügung!

  • Fragen zur Stadionausgliederung

    Bereits im Dezember waren viele Fragen zur Stadionausgliederung gestellt worden, Anfang Januar wurden die uns am Dringlichsten erscheinenden beim Präsidium schriftlich eingereicht. In der Folge wurden diese innerhalb der TaskForce Stadion beantwortet, sodass erste Antworten inzwischen vorliegen.

    Mit den Antworten erreichte uns ebenfalls ein erneutes Gesprächsangebot, das am vergangenen Donnerstag auch wahrgenommen wurde. In diesem Gespräch mit Präsidium sowie Vertretern des Verwaltungsrates wurde deutlich, dass die erstellten Antworten mindestens in Teilen bereits überholt sind. Dies hängt sowohl mit den laufenden Planungen für die 3. Liga als auch mit Verhandlungen zusammen, die bei der Vorbereitung einer Ausgliederung berücksichtigt werden müssen. Aus diesem Grund ist der Fragenkatalog bereits jetzt in der Überarbeitung durch das Präsidium.

    Antworten, die schon beim ersten Lesen nicht mehr der aktuellen Faktenlage entsprechen, helfen leider keinem Mitglied bei der eigenen Meinungsbildung. Da vermeidbare Irritationen und Mißverständnisse in dieser wichtigen Entscheidung nicht provoziert werden sollen, wir uns jedoch absolut in der Pflicht gegenüber allen Mitgliedern sehen, steht zumindest der Fragenkatalog zum Download bereit.

    Wir bitten alle Mitglieder um Entschuldigung, dass heute noch keine Antworten eingestellt werden können. Aktuelle und belastbare Antworten werden wir an dieser Stelle veröffentlichen, sobald sie uns vorliegen. Zudem wird im Vorlauf der Abstimmung zur Ausgliederung um eine erneute Beantwortung der Fragen gebeten, da sich in den kommenden Wochen durchaus weitere relevante Änderungen ergeben können.

    Fragen zur Stadionausgliederung

  • Fußball zwischen Kommerzialisierung und Fankultur

    Fußball ist in den letzten Jahren immer mehr von einem öffentlichen Ereignis zu einer privaten Ware geworden. Millionenbeträge werden umgesetzt, die Einnahmen der Vereine werden zu  wesentlichen Anteilen auf die Konten einiger weniger Angestellten und ihrer Berater überwiesen. In ganz Europa steigen die Spielergehälter, Ablösesummen und Beraterhonorare stetig an, während zeitgleich die Verschuldung der Vereine in immer unkontrollierbarere Dimensionen steigt. In Deutschland sind selbst Vereine der 4. und 5. Liga meist nicht in der Lage, den Etat aus eigenen Mitteln zu bestreiten sondern sind auf externe Gelder von Sponsoren angewiesen, um wettbewerbsfähig bleiben zu können.

    „Gesunde Vereine“ sind Mangelware geworden, die soziale Verantwortung nicht selten auf den Kopf gestellt. Statt den gemeinnützigen Charakter eines eingetragenen Vereins zu verfolgen, sind immer öfter die Mittel der Gemeinschaft notwendig, um Vereine wettbewerbsfähig zu halten.
    Diese Entwicklung lässt sich leider nicht in einer deutschlandweiten Insellösung stoppen oder umkehren, solange das Ziel „Erfolg im europäischen Wettbewerb“ nicht aufgegeben werden soll. Einhalt kann dieser Fehlentwicklung daher nur geboten werden, wenn es gelingt, die europäischen „Preistreiber“ wirksam zu nachhaltigem Handeln zu bewegen. Mit der europäischen Lizenzierung und dem darin enthaltenen „Financial Fair Play“ werden derzeit die Weichen gestellt, wirtschaftliche Kriterien europaweit besser kontrollieren und beeinflussen zu können.

    Doch was genau bewirkt die europäische Lizenz? Funktioniert eine solche Kontrolle im Fußball? Welche Rolle spielt die mediale Vermarktung? Sind die Strukturen bereits so stark auf Gewinnmaximierung ausgelegt, dass keine Rücksicht mehr auf traditionelle Vorstellungen vom Fußball als Breitensport genommen werden kann? Oder reguliert sich das System letztlich doch von selbst?

    Rund um diese Themen diskutieren am Montag Wolfgang Brinkmann (Präsident DSC Arminia Bielefeld e.V.), Petra Kammerevert (SPD, Europaparlament), Thomas Schneider (DFL) und Christian „Ossi“ Bieberstein (Vertreter des HSV Supporters Club bei Unsere Kurve, Football Supporters Europe). Antonia Hagemann (Football Supporters Direct) musste leider aufgrund einer anderen Tagung absagen, umso mehr freuen wir uns jedoch, dass Christian sie am Montag vertreten kann!

    Wir freuen uns auf einen spannenden Abend, der sicherlich auch den ein oder anderen Hintergrund der aktuellen Probleme im DSC Arminia Bielefeld beleuchten wird.

  • Der neue Supporter ist da!

    Auch wenn Supporter # 23 etwas auf sich warten ließ, sollte er in diesen Tagen bei allen Mitgliedern eintreffen. Neben Rückblicken auf Veranstaltungen des ASC wie Weihnachtsfeier, Skatturnier, Meet & Greet oder die Youth Cub- Fahrt nach Oberhausen steht Jörg Winkelmann im Interview Rede und Antwort zur Behindertenbetreuung im DSC, werden Fanprojekt, Fanrechtefonds und der Arminia- Fanclub Blue Bee Three vorgestellt, über die Demo „Zum Erhalt der Fankultur“ berichtet – um nur einige Beispiele zu nennen.

    Für alle Mitglieder, die den Supporter auch als pdf- Dokument speichern möchten sowie für alle, die bisher kein Mitglied im ASC sind, steht er hier zum Download bereit – ebenso wie alle bisherigen Ausgaben.

    Wir wünschen viel Freude beim Lesen!

  • Miteinander reden statt übereinander

    Die Zusammenkunft erfolgt in Kooperation mit der FAN AG (Fan-Projekt, Dachverband und Arminia Supporters). „Speziell vor dem nächsten Heimspiel gegen Paderborn ist es uns sehr wichtig, miteinander zu reden statt übereinander“ so Christian Venghaus, Fanbeauftragter des DSC. In diversen Internetforen und Kommentarplattformen wurde und wird kontrovers über die Stimmung auf der Südtribüne diskutiert und gestritten. Insbesondere auch durch die Turbulenzen unmittelbar nach dem letzten Heimspiel, wo es teilweise zu heftigen Anfeindungen untereinander gekommen war, besteht Aufklärungs- und Gesprächsbedarf.

    Daher nun der Aufruf zum fairen Dialog miteinander. Das Treffen ist ausschließlich für Arminia-Fans- und Fanclubs vorgesehen und findet am Mittwoch, den 23. Februar um 19:05 Uhr im alten VIP-Raum (Westtribüne) statt. Zu Beginn der kommenden Woche wird es außerdem ein separates Treffen zwischen dem DSC und Vertretern der „Lokal Crew“ und den „Boys“ geben, um die Vorkommnisse aufzuarbeiten.

  • Tatort Stadion 2 – „Kick it like Özil! Der Ball ist bunt”

    Martin Winands vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld führte durch die Veranstaltung. Nach einer kurzen Begrüßung übergab er das Wort an Frau Angelika Ribler.

    Frau Ribler engagiert sich seit mehr als zehn Jahren in dem Projekt „Interkulturelles Konfliktmanagement im Fußball“ des Hessischen Fußballverbands. Das Projekt entstand aus der Beobachtung, dass im Amateur- und Jugendbereich eine hohe Zahl von Konflikten während und nach den Spielen ausgetragen wird, die häufig im Zusammenhang mit kulturellen Aspekten oder ethnischen Konflikten stehen.

    Fußball sei schon längst interkulturell: 38% der Spieler in Hessen hätten einen „Migrationshintergrund“, 5% der Vereine sind sogenannte „Migrantenvereine“. Spieler mit Migrationshintergrund seien überdurchschnittlich stark an Auseinandersetzungen beteiligt, nachweisbar seien aber auch vergleichsweise härtere Strafen durch die Sportgerichte.

    Die Konflikte seien teilweise schon da, bevor der Rasen überhaupt betreten wurde. Bereits vor der Anreise existiere im Kopf der Spieler oft ein negatives Bild von der „anderen“ Mannschaft, häufig die Auswirkung von früheren Erfahrungen oder Vorurteilen. Teilweise werden auch gesamtgesellschaftliche Konflikte über den Fußball symbolisch ausgetragen – so seien nach dem jugoslawischen Bürgerkrieg vermehrt Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen der Kriegsparteien zu beobachten gewesen.

    Was folgt sind oft zielgerichtete Provokationen (beispielsweise „Scheiß Türke!“ oder „Scheiß Nazi!“) und Fouls, aus denen Platzverweise mit anschließender Rudelbildung entstehen könnten. Mischten sich dann noch Zuschauer und Funktionäre ein, kann es sogar zu Spielabbrüchen kommen.

    Die beteiligten Spieler, Trainer und Schiedsrichter seien durch die Konflikte häufig überfordert. Strafen durch die Sportgerichte könnten diese nicht wirklich lösen, beim nächsten Aufeinandertreffen der Beteiligten würden die Konflikte oft fortgesetzt. Die Vereine seien zudem eher bemüht die sichtbare Gewalt zu verhindern, als an den Ursachen der Konflikte zu arbeiten.

    Das Projekt „Interkulturelles Konfliktmanagement im Fußball“ setzt diesem unbefriedigenden Zustand ein ausdifferenziertes Konzept mit drei Lösungsstrategien entgegen:

    1) Gewaltprävention: Spieler, Trainer, Schiedsrichter und sonstige Beteiligte werden gezielt für interkulturelle Konflikte sensibilisiert und geschult, um Konflikte erst gar nicht entstehen zu lassen und mit bestehenden Problemen besser umgehen zu können.

    2)  Konfliktbearbeitung: Sind Konflikte schon entstanden, helfen die Projektmitarbeiter bei deren Lösung. Zentrales Werkzeug ist hierfür die Mediation. Die Betroffenen werden an einen Tisch geholt, um Auswege zu finden. Am Ende der Mediation steht eine schriftliche Vereinbarung, in der sich die Betroffenen zu konkreten Besserungsmaßnahmen verpflichten. Von Sportgerichten verhängte Strafen können nach erfolgreicher Mediation reduziert werden, was die betroffenen Vereine und Spieler zusätzlich zum Mitmachen motiviert.   

    3) Organisationsinternes Konfliktmanagement: Auch die Mitarbeiter des Hessischen Fußballverbandes werden thematisch geschult. Der Verband hat sich zusätzlich verpflichtet, interkulturelle Qualitätsstandards bei seiner täglichen Arbeit zu berücksichtigen.

    Auf den kurzweiligen Vortrag von Frau Ribler folgte eine Präsentation von Herrn Prof. Riza Öztürk, dem Integrationsbeauftragten des Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen. Unterlegt mit mehreren Videofilmen des DFB erläuterte er die fünf Integrationsbotschaften des DFB:

    1) „Integration fängt bei mir an!“: Jeder einzelne ist gefordert, das Miteinander menschenwürdig zu gestalten und seinen Beitrag zu leisten. Dazu gehört auch, seinen eigenen Standpunkt zu hinterfragen.

    2) „Unterschiede verstehen und anerkennen“: Jeder Mensch ist anders. Verallgemeinerungen und Vorurteile bringen niemanden weiter. Man muss miteinander statt übereinander reden und unterschiedliche Einstellungen (z.B. Verzicht auf Alkohol, andere Feiertage, andere Essgewohnheiten) akzeptieren.

    3) „Ohne Regeln kein Spiel!“: Fair-Play ist unverzichtbar. Dazu gehört für den DFB neben einem Verzicht auf brutale Fouls, Gewalt und Beleidigungen auch, sich auf dem Platz nur in der Sprache zu verständigen, die alle auch verstehen.

    4) „Vielfalt im Fußball“: Fußball spielt jeder gern. Von der Kreisliga bis zur Nationalmannschaft versuchen Menschen verschiedener Herkunft als Mannschaft zu gewinnen. Die Zugehörigkeit zur gleichen Mannschaft eint sie. Egal ob Mann oder Frau. Und auch ohne Trainer anderer Herkunft wäre der deutsche Fußball nicht das, was er heute ist.

    5) „Einsatz und Spaß im Fußball“: Der Fußball in Deutschland kann nur aufgrund der vielen ehrenamtlichen Personen funktionieren. Vereine und Verbände brauchen Menschen, die sich einbringen, die Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen. Unabhängig von ihrer Herkunft.

    Deutlich wurde durch die Präsentation besonders, dass der DFB spätestens seit Beginn der Präsidentschaft von Theo Zwanziger die herausragende Bedeutung des Fußballs als Integrationsmotor erkannt hat.

    So gilt Mesut Özil längst über den Fußball hinaus als das gelungene Beispiel für Integration, auch wenn die Entwicklung sicher noch am Anfang steht.

    Die Veranstaltung mündete nach dem Vortrag von Herrn Prof. Öztürk schnell in eine offene Diskussion, in der unter anderem die Themen der Vorträge nochmals aufgegriffen wurden, bevor der Abend  um ca. 21.30 Uhr schließlich endete.

    Rund um die Tatort Stadion 2- Ausstellung sind Eure Ideen und Eure Kreativität beim Wettbewerb „GIGS – Gute Ideen gegen Schlechte“ gefragt:

    Was können wir alle gegen Gewalt, Vorurteile, Rassismus und Ausgrenzung vor dem Spiel und im Stadion machen? Was können wir tun, ohne dass es einen Cent kostet? Gute Ideen müssen nix kosten!

    Mach mit beim Ideen-Wettbewerb zur Ausstellung „Tatort Stadion“ und gewinne zwei VIP-Karten für ein Spiel vom DSC Arminia Bielefeld. Der Flyer zur Teilnahme steht hier zum Download bereit.   

  • Tatort Stadion 2 eröffnet

    Ab 19 Uhr standen im VIP- Raum Ursachen, Formen und Auswirkungen von Diskriminierung ebenso im Focus wie Projekte, die Integration, Toleranz und Sensibilität im Umgang mit herabwürdigenden Äußerungen fördern.
    Neben Wilfried Lütkemeier (Vizepräsident des DSC, Vorstand der von-Laer-Stiftung und Mitgründer des ersten Bielefelder Fanprojekts), Torsten Schätz (Vorstand Fanprojekt Bielefeld e.V.) und Moderator Martin Winands (Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, Bielefeld) beleuchtete Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer die Hintergründe diskriminierender Verhaltensweisen im Fußballumfeld. So sei das Stadion der einzige Ort, an dem gesamtgesellschaftlich vorhandene Abwertungen lauthals öffentlich gemacht werden. Private Einstellungsmuster werden im Kollektiv reproduziert und damit normalisiert, gleichzeitig kann im Stadion die eigene Aufwertung durch die Abwertung anderer leichter erreicht werden. Das Ziel vieler ist in erster Linie, selbst wahrgenommen zu werden, womit Medienreaktionen einen nicht unwesentlichen Faktor beitragen.
    Auch sei die zunehmende Sanktionierung keine Hilfe zur Verbesserung. Vielmehr fordere eine stärkere Repression zu mehr Innovation heraus, Lernprozesse lassen immer neue Ausdrucksformen entstehen. Heitmeyer favorisiert daher Projekte, die im direkten Lebensbereich ansetzen und die Ursachen angehen, statt den Schwerpunkt von Diskussionen und  Lösungsansätzen in den Auswirkungen zu setzen.

    Die Ausstellung selbst bietet bereits einen guten Überblick über die verschiedenen Ausgrenzungen und Diskriminierungen im Fußball, ebenso wie Rückblicke die Entwicklung aufzeigen. Dabei wird in Bielefeld erstmals eine Kooperation mit der Wissenschaft eingegangen: das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Uni Bielefeld trägt sowohl in der Vorbereitung als auch während der gesamten Ausstellung gemeinsam mit dem Fanprojekt Bielefeld zu einer abwechslungsreichen, informativen Reihe von Veranstaltungen bei.

    So hat das Fanprojekt im Rahmen eines Uniseminars eine neue Tafel für die Ausstellung entwickelt, die den Ursprung von Diskriminierung wissenschaftlich beleuchtet. Eine weitere Tafel hat der Arminia Supporters Club beigetragen. In dieser wird die Behindertenbetreuung in Bielefeld dargestellt – denn auch die positiven Beispiele von Integration und antidiskrimierenden Projekten werden in der Ausstellung vorgestellt.

    Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Februar wochentags von 14-19 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zu den Abendveranstaltungen findet Ihr hier.

    Rund um die Tatort Stadion 2- Ausstellung sind Eure Ideen und Eure Kreativität beim Wettbewerb „GIGS – Gute Ideen gegen Schlechte“ gefragt:

    Was können wir alle gegen Gewalt, Vorurteile, Rassismus und Ausgrenzung vor dem Spiel und im Stadion machen? Was können wir tun, ohne dass es einen Cent kostet? Gute Ideen müssen nix kosten!

    Mach mit beim Ideen-Wettbewerb zur Ausstellung „Tatort Stadion“ und gewinne zwei VIP-Karten für ein Spiel vom DSC Arminia Bielefeld. Der Teilnahmeflyer mit weiteren Informationen steht hier zum Download zur Verfügung:

    Flyer GIGS – Gute Ideen gegen Schlechte

  • Kongress „Feindbilder ins Abseits“

    Um Ansätze für noch sichere Fußballspiele zu diskutieren und um Vorurteile abzubauen, fand am 12.01.11 in Frankfurt/Main der von DFB, DFL und GdP (Gewerkschaft der Polizei) gemeinsam veranstaltete Kongress „Feindbilder ins Abseits“ statt, zu dem auch Fanvertreter eingeladen waren.

    Als ein zentrales Thema erwies sich schnell, wie die Belastung der Polizei durch fußballbezogene Einsätze verringert werden kann.

    In seinem eingehenden Redebeitrag stellte der Vorsitzende der GdP, Bernhard Witthaut, die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegene Belastung der Polizeibeamten dar: Der Personalabbau bei der Polizei werde fortgesetzt, was generell zu einer zeitlichen Überlastung der Polizisten führe. Gleichzeitig steige die Zahl von Großeinsätzen (Castor-Transporte, Demonstrationen, Großveranstaltungen).

    In der Saison 2008/2009 habe die fußballbezogene Belastung etwa 1,5 Millionen Einsatzstunden betragen, neun Jahren zuvor seien vergleichsweise nur 0,9 Millionen Einsatzstunden erforderlich gewesen. Am Fußball zeige sich damit eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung hin zu einer steigenden Gewaltbereitschaft. Die Gewalt spiele sich seltener im direkten Umfeld des Stadions ab und verlagere sich zunehmend auf die Anreisewege, und hier speziell auf Züge und Bahnhöfe.

    Um eine Entlastung der Polizei und eine Verbesserung der Sicherheit zu erreichen, forderte er unter anderem:

    – Die Politik müsse die Zahl der Polizeibeamten erhöhen.
    – Bei Problemspielen müssten Staatsanwälte im Stadion sein, um unmittelbar Haftbefehle erlassen zu können etc. Die Länder müssten entsprechende Kapazitäten in den Staatsanwaltschaften schaffen.
    – Die Spielpläne sollen kurzfristig noch auf Wunsch der Polizei geändert werden können, wenn unvorhersehbare Situationen bzw. Terminkollisionen dies erforderlich machen – notfalls seien Spiele komplett abzusagen.
    – Auswärtskarten sollen nur in Verbindung mit Sonderzugtickets verkauft werden, sodass Fans nicht mehr Regelzüge benutzen. Das Sonderzugangebot soll hierzu entsprechend erweitert werden.
    – Im Stadion und in Zügen sollte ein Alkoholverbot herrschen, da die meisten Straftaten unter Alkoholeinfluss begangen werden würden.
    – Die Fanbetreuung soll auch bei Vereinen in niedrigeren Ligen ausgebaut werden.

    Die schon öfter in den Medien diskutierte Maßnahme, die Vereine an den Kosten der Polizeieinsätze zu beteiligen, wies er dagegen zurück: Angesichts leerer Staatskassen käme dieses Geld eh nicht der Polizei zu Gute. Ausserdem verstoße eine solche „Bundesliga-Sonderabgabe“ gegen das Gebot der Gleichbehandlung. Wenn, dann müssten alle Veranstaltungen (vom Schützenfest bis zum Sankt Martinsumzug) mit einer Abgabe belegt werden.

    Den Schilderungen des GdP-Vorsitzenden setzte DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger entgegen, dass es in der Saison 2009/2010 bei den 1973 Spielen von der Bundesliga bis zur Regionalliga und im DFB-Pokal lediglich zu 13 Vorfällen gekommen sei, bei denen Gewalt gegen Personen erfasst wurden. Das entspräche 0,66 Prozent.

    Er habe Verständnis für die Überlastung der Polizeibeamten, der Einfluss des Fußballs sei aber gering, zumal die überwältigende Mehrheit der Fans friedlich sei. Der Fußballsport bringe vielmehr Menschen aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Kreisen zusammen, fördere so das friedliche Miteinander.

    Polemische und plakative Aussagen seien überflüssig, würden die Gewalt-Prävention behindern und dienten nur der Interessenpolitik. Dr. Theo Zwanziger bezog sich damit erkennbar auf Rainer Wendt, den Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft. Dieser hat sich und seiner im Vergleich zur GdP kleinen Gewerkschaft in den vergangenen Jahren durch populistische Äußerung („Wer ins Stadion geht, begibt sich in Lebensgefahr“, Fanprojekte seien „Bastelstuben für Ultras“ etc.) stets viel mediale Aufmerksamkeit gesichert.

    Zielführend sei es stattdessen, die Probleme in einem Dialog mit allen Beteiligten und damit auch mit den Fans anzugehen. Verbesserungen der Sicherheit  müssten hierbei stets pragmatisch und mit Augenmaß („Soviel Sicherheit wie nötig, bei so wenig Einschränkungen wie möglich“) gesucht werden. Der DFB setze auch weiterhin stark auf die positive Arbeit der Fanprojekte.

    Den Eingangsstatements der Kongressorganisatoren schlossen sich mehrere interessante Kurzpräsentationen, die sich aus verschiedenen Perspektiven (u.a. Wissenschaft, Polizei, Fanprojekte, Fanbeauftragte, Ultras) jeweils um das grobe Thema „Verbesserung der Sicherheit“ drehten. Auch hier stellte sich deutlich heraus, dass dem Dialog zwischen den Betroffenen eine entscheidende Rolle zukommt.

    In der abschließenden Podiumsdiskussion zwischen Holger Hieronymus, Gschäftsführer der DFL, Helmut Spahn, Sicherheitsbeauftragter des DFB, Bernhard
    Witthaut, GdP-Bundesvorsitzender, Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte sowie Wilko Zicht, Bündnis aktiver Fußball-Fans, wurden die Themen des Tages behandelt.

    Erwähnenswert ist die rege Diskussion, ob Polizeibeamte durch bestimmte Kennzeichnungen zukünftig eindeutig identifiziert werden können sollen. Bisher ist eine Aufklärung von Fehlverhalten von Polizisten leider nur begrenzt möglich. Die Diskussionsteilnehmer sahen die Kennzeichnungspflicht daher als wichtiges Zeichen der Transparenz an, einzig Bernhard Witthaut von der GdP sprach sich gegen diese aus.

    Bezüglich der Genehmigung eines kontrollierten Abbrennens von Pyrotechnik signalisierte er dagegen grundsätzliche Gesprächsbereitschaft. Die aus diversen Ultragruppen bestehende, bundesweite Faninitiative „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“ hatte dem DFB kurz zuvor ein entsprechendes Konzept übergeben, welches der DFB ergebnisoffen prüfen will.

    Dies kann allerdings nur ein erster Meinungsaustausch gewesen sein, weitere Gespräche müssen folgen. Welches Ergebnis am Ende erreicht werden kann, bleibt abzuwarten.